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Frau B.'s Tagebuch: Die Zugfahrt

Heute besuche ich eine ehemalige Schulfreundin, die ca. 2 Fahrstunden entfernt wohnt. Meine Augen sind nicht mehr die besten und für heute wurde auch noch Schneeregen angesagt, daher habe ich mich entschieden, mit dem Zug hinzufahren.

Ich freue mich auf die Fahrt und die Plauderstündchen mit Lilly. Die Tasche ist schon gepackt: Ich bringe selbst gebackene Guetzli mit zum Kaffee… und selbstverständlich dürfen auch die Einlagen nicht fehlen. Aufgrund der Aufregung ist mir bewusst, dass ich wohl einige Mal mehr auf die Toilette muss als üblich – aber das sollte ja kein Problem sein, hat es doch in jedem Wagon ein WC.

Den Weg zum Bahnhof fahre ich mit dem Bus, ich bin genug früh da, der kalte Wind zieht mir um die Ohren, ich fröstle – und muss auf die Toilette. Suchend schaue ich mich um und sehe zum Glück sofort den Wegweiser zur öffentlichen Toilette. Mit klammen Fingern klaube ich im Münzfach meines Portemonnaies – 2 CHF sind zwar nicht ganz günstig, aber ich bin begeistert ab der Sauberkeit der Toilette. Über den Lautsprecher höre ich die Ansage des Zuges und begebe mich aufs Gleis zurück, rein ins Zugabteil. Meinen Platz wähle ich so aus, dass ich das grün oder rot leuchtende WC-Schild gut im Auge habe. Gespannt schaue ich aus dem Fenster und lasse Felder, Dörfer und Leute in einer rasenden Geschwindigkeit an mir vorbeisausen.

Mit der Zeit döse ich leicht vor mich hin, bis mich ein unangenehmer starker Druck wieder in die Realität zurückholt. Da ich in einigen Minuten aussteigen muss entscheide ich, noch im Wagon aufs WC zu gehen. Leider ist die Tür verschossen…ein Albtraum. Ich habe zwar in den Medien schon mal davon gelesen, dass die Toiletten einige Male aus «Revisionsgründen» verschlossen sind, aber dass gerade mir das passieren muss? Mit Sack und Pack schlängle ich mich ins nächste Abteil, mein Herz rast und der Blutdruck steigt, aber zum Glück finde ich eine freie, offene Toilette vor. 


Am Bahnhof steige ich aus und Lilly und ich fallen uns in die Arme. Die Anspannung weicht einer grossen Vorfreude auf unser Treffen – was für eine ereignisreiche Zugfahrt!


Unter dem Pseudonym "Frau B.'s Tagebuch" veröffentlichen wir Geschichten aus dem Alltag von Betroffenen. Ein unabhängiges Leben ist auch mit Inkontinenz möglich, mit der richtigen Planung lässt sich alles bewerkstelligen. Möchten auch Sie Ihre Erfahrungen teilen? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns unter der kostenlosen Helpline 0800 221 222 an. 

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